Schlagzeilen Zürcher Medien
„Lohndeckel: Axpo-Aktionäre sind sich uneinig – Umstrittene Boni: Die kantonalen Elektrizitätswerke kontrollieren die Aktienmehrheit der Axpo. Auf den Ruf nach einer Lohnobergrenze reagiert Zürich ausweichend, die Aargauer offensiver – und der Thurgau ablehnend“ (Zürichsee-Zeitung, 7.3.25)
“EKZ-Verwaltungsrat erhöhte sich die Bezüge um über einen Drittel” (Tages-Anzeiger, 6.3.25)
«Angestrebte, hemmungslose Portionenerhöhung für die Kaviar-Etage der Zürcher Kantonalbank (Die Tribüne, 27.2.25)
«Respektlos: Trotz Rekordergebnis geht Personal leer aus. Der Flughafen Zürich hat den höchsten Gewinn der Geschichte erzielt. Das »Fussvolk» hat nichts davon» (20-Minuten, 12.3.25)
Fakten: Massive Gehalts- und Entschädigungserhöhungen
Während der Zürcher Kantonsrat den politisch zusammen gesetzten (teilamtlichen) Bankräten und dem ebenfalls politisch zusammengesetzten, vollamtliche Bankpräsidium der ZKB ihre Entschädigungen (Saläre, Grundentschädigungen, Pauschalen, Sitzungsgelder etc.) auf Antrag des Bankrats rückwirkend massiv erhöhen und mit einem Teuerungsausgleich versehen soll, ist die Entschädigung des politisch zusammengesetzten Verwaltungsrates der EKZ in den letzten drei Jahren um satte 44% angestiegen.
Die Geschäftsleitung der EKZ muss auch nicht darben: Die fünf Herren verdienen etwa gleich viel wie ein Bundesrat oder eine Bundesrätin und CHF 100’000 mehr als ein Zürcher Regierungsrat.
Und auch die (politisch-) ausgesuchten Verwaltungsräte der Flughafen Zürich AG laben am Honigfass. Die Gesamtvergütung des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung, einzeln ausgewiesen) soll für das kommende Geschäftsjahr je um satte 15.1% ansteigen. Der Verwaltungsratspräsident, stolzer Schlossbesitzer und ehemalige Angestellter der Flughafen Zürich AG, ging im Geschäftsjahr 2024 mit CHF 425’889 und damit auch mehr als eine Zürcher Regierungsrätin nach Hause, der CEO der gleichen Firma mit CHF 1’125’000. Und ein inzwischen zurückgetretener FDP-Mann in der Flughafen AG erhielt für sein Verwaltungsratsmandat CHF 206’421, eine ehemalige Kantonsrätin der gleichen Partei und Vielfach-Verwaltungsrätin CHF 183’411. Das alles natürlich für herausragende Leistungen!
Bei der Axpo Gruppe (grösste Energieproduzentin und Energiehändlerin der Schweiz, 18.342% im Besitz des Kantons Zürich und 18.41% im Besitz der EKZ) erhielt die Geschäftsleitung im Geschäftsjahr 2023/2024 rund 83% mehr Lohn: Der Lohn von CEO Brand stieg um rund CHF 700’000, er wurde von CHF 1.1 Mio auf neu CHF 1.8 Mio erhöht.
Politische Zusammensetzung der Verwaltungsräte
Eine grosse Anzahl der Mitglieder der Verwaltungsräte dieser staatsnahen Zürcher Unternehmen sitzen-, durch die Politik gefördert und delegiert, auf ihren Stühlen. Auch sticht hervor, dass eine Vielzahl dieser Leute (so auch der Bankpräsident der ZKB) dem Zürcher Freisinn nahesteht, einer ehemals staatstragenden Partei, welche in den letzten Jahren vor allem durch Sitzverluste hervorgestochen ist. Die FDP ist in vielen dieser Gremien krass übervertreten, was wohl auch damit zu tun hat, dass Freisinnige seit vielen Jahren die dafür verantwortlichen Findungs- und Entscheidungsgremien kontrollieren.
Fazit
Mehrere grosse, staatsnahe Unternehmen im Kanton Zürich sind auf ihren Führungsetagen zu regelrechten Selbstbedienungsläden verkommen.
Die verantwortliche Politik (Exekutive und Legislative) schaut zu und tut nichts. Dies wird sich unweigerlich bei den nächsten kantonalen Wahlen 2027 (wieder) rächen: Viele an und für sich bürgerlich denkende und bis anhin auch bürgerlich wählende Bürgerinnen und Bürger werden sich wohl zwei Mal überlegen, ob sie bei den nächsten Kantonsrats-Wahlen überhaupt noch an die Urnen gehen und wenn – wem sie (noch einmal?) ihre Stimme geben? Alle Parteien sind gut beraten, die ihnen nahestehenden Führungsetage-Mitglieder der Zürcher Staatsbetriebe so eng wie möglich an die Kandare zu nehmen.