Bis 2028 will der Leiter der Schweizer Post, Roberto Cirillo, weitere 12 Poststellen im Kanton Zürich schliessen oder durch sogenannte „Partnerfirmen“ übernehmen lassen. Was Letzteres bedeuten würde ist klar – keine Einzahlungen mehr vor Ort, keine Versand von Einschreiben mehr vor Ort etc.

Seit Juli 2024, so die Post, sei das Gespräch mit Kantonen und Gemeinden gesucht worden. Ergo ist der Zürcher Regierungsrat (und die Stadtregierungen von Zürich und Winterthur…) über vorgesehenen Schliessungen im Kanton vorinformiert worden!

Im Kanton Zürich ist die Schliessung der Filialen Zürich–Urania, Zürich-Riesbach, Bachenbülach, Bäretswil, Dällikon, Elgg, Erlenbach, Feuerthalen, Kollbrunn, Rafz, Unterengstringen und Winterthur-Deutweg vorgesehen.

Und was tut die Volkswirtschaftsdirektorin und ihre Kollegen von Zürich und Winterthur (mit 36 Gemeinden wird die Post erst in den nächsten Wochen sprechen)? Bis dato nichts!

Das ist leider nicht neu – schon anlässlich der letzten Schliessungsrunde hatte sich der Regierungsrat des Kantons Zürich vornehm zurück gehalten (siehe auch KR-Nr. 262/2014, Anfrage Amrein, „Handels- und gewerbeschädigender Abbau des Service Public durch die Post“).

Die zuständige Regierungsrätin, Carmen Walker-Späh (FDP) ist nun seit fast 10 Jahren im Amt. 2023 als Letzte schlecht und recht gewählt, hat sich die Magistratin nie (mit Ausnahme des gescheiterten Rosengarten-Tunnels vor ihrer Haustüre) mit vehementen öffentlichen Stellungnahmen hervorgetan. Immer auffallend modebewusst und sich vermehrt mit gutaussehenden,  jungen und tatkräftigen Stabs-Mitarbeitern umgebend, plant die Magistratin derzeit lieber Natur- und Erholungsparks (neustes Projekt: „Der Flughafen Dübendorf wird zum Natur- und Erholungspark, NZZ 29.10.24).

Mit ihren Schliessungsentscheiden betreffend die Poststellen Zürich-Urania und Zürich-Riesbach hat die Post nun im Kanton Zürich eine rote Linie überschritten! Beide Filialen sind für Gewerbe und Dienstleister von grosser Bedeutung. Würden die beiden Filialen geschlossen, so wäre das Zürcher Seefeld und Teile Zollikons ohne Post und die Kundschaft aus der Innenstadt müsste sich zur Sihlpost bewegen, anstatt zur derzeit sehr stark frequentierte Postfiliale Urania nahe der Bahnhofstrasse.

Die Schliessungen der vorgenannten „Landfilialen“ sind teilweise katastrophal für das Gewerbe, die Industrie und die Einwohner in deren Einzugsgebiet.

Fazit

Die Volkswirtschaftsdirektorin des Kantons Zürich (wie auch der sonst nie für eine Stellungnahme in den Medien verlegene links-grüne Stadtrat von Zürich) sind gefordert!

Wann lässt sich Frau Walker-Späh endlich öffentlich gegen diesen gewerbe- und wirtschaftsfeindlichen Entscheid der Leitung der Schweizer Post vernehmen? Ist eine Pressekonferenz dazu angesagt? Nein, bis dato nicht!

Warum hält Walker-Späh nicht öffentlichkeitswirksam klar und deutlich gegen den unsinnigen Plan der Schweizerischen Post und deren Leiter Roberto Cirillo (seines Zeichens Chef „Waldinvestor“ im Namen der Post in Deutschland), welcher lieber in Post-fremde Unternehmen investiert?

Und ein Schreiben der Zürcher Regierung an den zuständigen Bundesrat Albert Rösti (SVP) in dieser Sache ist überfällig!