Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat kürzlich ihr Jahresergebnis 2024 bekannt gegeben:
Die systemrelevante, mit einer Staatsgarantie des Kt. Zürich versehene-, führende Schweizer Universalbank sieht sich als «Sicherste Geschäftsbank der Welt». Die ZKB wird von den drei führenden Bewertungsagenturen der Welt höchst benotet; S&P: AAA, Fitch: AAA, Moody’s: Aaa.
Kerndaten der ZKB versus Besitzer und Garant Kanton Zürich
Die Bilanzsumme der Bank (31.12.24) beläuft sich auf CHF 202.6 Mrd., die Hypothekarausleihungen auf CHF 106.6 Mrd und das Eigenkapital auf CHF 14.86 Mia. Der Konzerngewinn der Bank belief sich 2024 auf CHF 1,289 Mrd. Es wurden 5779 Personen beschäftigt, welche im Durchschnitt CHF 212’000! verdienten.
Der Kanton Zürich (Geschäftsjahr 2023, die Zahlen für 2024 liegen noch nicht vor) weist eine Bilanzsumme von CHF 24.8 Mrd. und ein Eigenkapital von CHF 11.8 Mrd. aus; für das laufende Geschäftsjahr 2025 wird gemäss Budget mit einem Aufwand von CHF 19.7 Mrd. und einem Aufwandüberschuss von CHF 180 Mio gerechnet.
Einkommensperle
Die ZKB schüttet 2025 total CHF 562 Mio an den Kanton und die Zürcher Gemeinden aus (Dividende Gemeinden CHF 170 Mio; an den Kanton als Abgeltung Dotationskapital CHF 21 Mio, Dividende CHF 184 Mio, OECD-Mindeststeuer CHF 156 Mio und Abgeltung Staatsgarantie CHF 31 Mio).
Grössenverhältnisse
Die Risikogewichteten Aktiven der ZKB belaufen sich auf CHF 86 Mrd. (0.5:1 gegenüber Bruttoinlandprodukt, BIP, Kanton Zürich), die Bilanzsumme entspricht 1.2x dem BIP des Kantons. Die Finanzkraft des Kantons Zürich genügt damit bei weitem nicht für die Deckung der derzeitigen Risiken der ZKB. U. a. auch deshalb verlangt der Bund (FINMA), dass die ZKB weitere, massgebliche Reserven bilden muss, worüber sich die Bankleitung immer wieder beschwert.
Man erinnere sich: Anlässlich der Energiekrise im Jahr 2022 öffnete der Bund einen Rettungsschirm und stellte einen Kreditrahmen von CHF 4 Mrd. zugunsten der AXPO zur Verfügung (36.752% im Besitz von Kanton und EKZ). Die Besitzerkantone der AXPO waren nicht in der Lage, für von der AXPO eingegangenen Risiken gerade zu stehen.
Gleich steht es mit dem Kanton Zürich und «seiner Kantonalbank». Käme es zu einer Immobilienkrise in unserem Land, würde sogar die SNB an die Grenze ihrer Möglichkeiten kommen.
Die ZKB ist viele Schuhe zu gross für den Kanton Zürich!
Risiken
Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet die ZKB ein herausforderndes makroökonomisches Umfeld, steigende Wettbewerbsintensität und Margendruck. Das Zinsniveau, getrieben durch mögliche Zinssenkungen der Nationalbank (SNB), könnte erwartete Zinserträge mindern.
Weitere Risiken (die Geschäftsleitung ging anlässlich der Bilanzpressekonferenz erst aufgrund von Fragen aus dem Kreis der Medienvertreter darauf ein):
Das stark gewachsene und weiter wachsende Hypothekarbuch (2024: CHF 106.6 Mia, + 5.4% gegenüber Vorjahr, die die SNB warnt seit mehreren Jahren von einer Überhitzung des schweizerischen Immobilienmarktes) sowie die führende Position der Bank im schweizerischen Finanz-Derivatehandel. Im Weiteren können mögliche Reputationsschäden aufgrund von Vorfällen im internationalen Privatkundengeschäft nie ausgeschlossen werden (die Bank beabsichtigt, diesen Geschäftsteil gezielt weiter auszubauen; 2024 wurde ein neues Vertriebsbüro in Mailand eröffnet).
Quo vadis ZKB
Käme es zu einer Immobilienkrise in unserem Lande, würde sogar die SNB an die Grenze ihrer Möglichkeiten stossen.
Es herrscht Handlungsbedarf: Die ZKB ist für den Kanton Zürich einige Nummer zu gross geworden. Leider will niemand von Seiten der Parteien und politischen Grössen in unserem Kanton das wahrhaben. «Last Lenders Resort» würden im (Immobilien-) Krisenfall wohl die Europäische Zentralbank (EZB), das US Federal Reserve Board (FED) oder die Chinesische Volksbank! Dies gibt es zu verhindern: Die ZKB gehört aufgespaltet und zumindest teilprivatisiert.